Kooperatives Lernen - ein wenig Theorie

Gruppen- und individuelle Lernleistungen sind besonders gut, wenn sich die Gruppenmitglieder untereinander positiv verbunden fühlen, wenn jeder sich für das Lernergebnis verantwortlich fühlt, wenn die Gruppenmitglieder an Tischgruppen so sitzen, dass sie von Angesicht zu Angesicht miteinander kommunizieren können, wenn sie über entsprechende Sozialkompetenzen verfügen und ihre Arbeit immer wieder auf Verbesserungen hin untersuchen.

Die zentrale Grundidee, die dem kooperativen und individuellen Lernen zugrunde liegt, ist

Think - Pair - Share

Aktiviere erst dein eigenes Denken, bespreche deine Ergebnisse mit einem Partner, teile sie der Gruppe oder ganzen Klasse mit. 

1. Positive Verbundenheit

Um die positive Verbundenheit zu fördern, unterscheidet das kooperative Lernen neun verschiedene Möglichkeiten. So fördert

  • das Erreichen eines gemeinsamen Zieles,
  • der Anreiz auf eine Belohnung,
  • die Begrenztheit des Materials, so dass Absprachen getroffen werden müssen,
  • die Zuweisung bestimmter Rollen, die zusätzlich zur gestellten Sachaufgabe von jedem zu erfüllen sind,
  • die arbeitsteilige Erledigung von Aufgaben, die in ihrer Logik nur nacheinander bearbeitet werden können,
  • die Simulation einer Notsituation/Entscheidungssituation, um erfolgreich zu sein und/oder zu überleben,
  • der Wettbewerb gegen andere Gruppen,
  • die Sitzordnung (in der Regel an Vierertischen),
  • die gemeinsame Identität der Gruppenmitglieder (Gruppenname, Motto)

diese Verbundenheit. 

2. Individuelle Verantwortlichkeit

Hiermit ist gemeint, dass jedes Gruppenmitglied bestärkt wird, dass Gelernte auch zu demonstrieren, zum Teil fordert der Lehrer dies auch ein.
Das kann zum Beispiel dadurch geschehen, dass per Zufall ein Kind der Gruppe ausgelost wird, das Ergebnis vorzutragen, dass eine Gruppenaufgabe eingesammelt und benotet wird.

3. Interaktion von Angesicht zu Angesicht/Arbeit in Kleingruppen

Die Zusammenarbeit in der Gruppe setzt voraus, dass sich die einzelnen auch räumlich nahe sind. In der Regel erleben die Schüler, dass sie gemeinsam ein Thema bewältigen können und die Gruppe gerade von den unterschiedlichen Fähigkeiten und Begabungen der Mitglieder profitiert.
In diesem Fall erleben sie, dass die Gruppe mehr leisten kann als der Einzelne.

4. Sozialkompetenzen (Übersicht)

Vermutlich aus leidvollen Erfahrungen von uns allen wissen wir, dass Lernen nur gelingt, wenn die Schülerinnen und Schüler über eine Vielzahl sozialer Fähigkeiten verfügen. Dies zu üben und einzutrainieren ist in der 5. und 6. Klasse von grundlegender Wichtigkeit.
Hier spielen T-Liste,Plus/Minus-Liste und 30 cm-Stimme eine wichtige Rolle.

5. Überprüfung der Gruppenarbeit

Nicht ständig, aber immer wieder einmal sollte die Art der Zusammenarbeit und die Qualität der Arbeit von der Gruppe selbst überprüft werden.
Das schnellste Verfahren, das natürlich nur ein Stimmungsbild widergibt, ist die Fünf-Finger Methode, wo jedes Kind die Gruppenarbeit notenmäßig mit 1,2,3,4, oder 5 bewertet.
Ausführliche Überprüfungen befinden sich im Materialteil.