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Spendenübergabe

Die Freude war auf beiden Seiten…

Nämlich auf der der Gebenden, unserer Schülerinnen und Schüler und auf der der Beschenkten, des Kinderschutzbundes Mönchengladbach e.V. und der Mönchengladbacher Tafel e.V.

Wie kamen sie alle zusammen? Die einen sind gelaufen, die anderen kamen mit dem Auto – um die großen Schecks auszutauschen, die man auf dem Foto sehen kann. In guter Tradition und zum wiederholten Male spendete die Schule den beiden Hilfseinrichtungen jeweils 1500 €. Im Namen des Fördervereins und damit von uns allen übergab Herr Gerhard Woitzik das jetzt noch „virtuelle“ Geld an Frau Heidrun Esser für den Kinderschutzbund e.V. und Herrn Michael Luhn für die Tafel. Es wird natürlich in diesen Tagen auf beide Konten fließen!

Beim Treffen in unserem Lesecafé bedankten sich aber die beiden Gäste nicht nur mehrfach und von Herzen, sondern sie berichteten auch von ihrer Arbeit und der Unterstützung all derer, die zumeist ehrenamtlich vor Ort mitwirken.

Ein paar Informationen geben wir aus der informativen Unterhaltung gern weiter. Dabei waren auch vier Schülerinnen und Schüler aus der 9c, der Klasse, die die meisten Runden gelaufen ist und das meiste Geld einnahm. Für das Organisationsteam saßen Herr Deckert und Herr Hanneken sowie Frau Gottlieb mit am Tisch. Natürlich wollten auch wir und die großzügigen Unterstützerinnen und Unterstützer beim Sponsorenlauf 2019 gern wissen, wofür die Euros eingesetzt werden, die unsere Schülerschaft, einige Lehrkräfte und auch vereinzelte Eltern erlaufen haben.


Bei uns in Mönchengladbach hat der Kinderschutzbund als Teil einer riesigen deutschlandweiten Organisation seine Anlaufstelle auf der Hindenburgstraße. Hier hilft ein kleines Team von Ehrenamtlichen, aber auch Psychologen, Erziehern, einem Kinderarzt und anderen Profis Kindern und Jugendlichen in besonderen Lebenslagen und unterstützt sie beim Heranwachsen. Ganz unbürokratisch, diskret und ohne Wartezeiten kann man hier Hilfe erfahren, denn Rat- und Schutzsuchende sind hier immer willkommen.
Natürlich sind besonders Krisensituationen ein Grund, den Kinderschutzbund aufzusuchen, aber es gibt auch viele Hilfen für den Alltag in Familien, die es ja nicht immer leicht miteinander haben. "Starke Eltern – starke Kinder", das ist das Motto eines Angebots, das sich mit Erziehung befasst. Frau Esser berichtete über Gruppen und Hilfen für Kinder und Jugendliche und von Angeboten des Kinderschutzbundes für Eltern, die Erziehung, Haushaltsführung, Babypflege erst noch lernen müssen oder die sich selbst in einer schwierigen Lage  - z.B. einer Trennung oder Scheidung - befinden.
Wir fanden besonders den Namen "MorgenMampf" lustig und originell. Klar: Kinder haben ihn selbst erfunden! Der Grund für dieses Frühstücksangebot in einigen Kitas und Grundschulen unserer Stadt ist eigentlich gar nicht so witzig: Immer mehr und auch schon ganz kleine Kinder kommen nämlich ohne Frühstück dort an oder sie kennen nur einen Liter Cola und eine Tüte Chips zum Start in den Schultag. Der MorgenMampf in Gemeinschaft macht sie satt und zeigt ihnen gleichzeitig, dass ein gesundes Frühstück auch lecker und leicht zuzubereiten ist. Wenn unser Sponsorengeld auch sowas unterstützt, wünschen wir „Guten Appetit“!


Den wünschen wir auch den Kunden der Tafel Mönchengladbach, natürlich besonders den Kindern aus den Gruppen zum „Kochen mit Kindern“! „Wir sammeln vom Markt genommene, aber noch verwertbare Lebensmittel als Sachspenden bei Supermärkten, Discountern, Lebensmittel-Läden, Lebensmittel-Herstellern, Bäckereien, Metzgereien und Landwirten.“ So steht es auf der Homepage der Tafel. Hier ist jeden Donnerstag die Tür offen für Menschen jeden Alters, die ihren Kühlschrank oder Kochtopf nicht ganz aus eigenen Kräften auffüllen können.
Herr Luhn gehört zu dem kleinen Team, das die Kontakte zu den Spendern herstellt und pflegt, damit die Spenden nicht abnehmen. Er kennt alle Bereiche der Arbeit bei der Tafel aus eigener Erfahrung. Wie über 100 weitere Menschen ist auch er ehrenamtlich für diese wichtige Organisation tätig und hat schon Spenden mit einem der fünf Kühlfahrzeuge abgeholt, das Essen ausgegeben, mit vielen Kunden gesprochen und die Organisation der Ausgabe kennen gelernt.
Denn alles muss geordnet ablaufen – es sind schließlich ca. 3000 Personen, die durch die Tafel unterstützt werden. Viele Kinder sind auch darunter. Das weiß man, weil die erwachsenen Kunden oft eine große Familie zu Hause haben, die auch von den mitgebrachten Lebensmitteln lebt.
Oder leider gar keine Familie wie die vielen Rentnerinnen und Rentner, die ein so geringes Einkommen haben, dass sie bei der Tafel eine kleine Ergänzung ihres täglichen Essens bekommen. Auch wenn es ihnen gar nicht recht ist, dass sie auf die Hilfe anderer angewiesen sind. "Manchmal muss man die Menschen regelrecht ermutigen zur Tafel zu kommen", berichtete Herr Luhn.
Damit jeder an die Reihe kommt, es kein Gedränge oder zu langes Warten gibt, sind die Ausgabe-zeiten für Gruppen eingeteilt. Wir wollten wissen, ob jeder dorthin kommen kann, wie man ver-hindert, dass sich da auch Leute bedienen, die es eigentlich nicht nötig haben. Das kann nicht pas-sieren, erfahren wir. Die meisten Gäste der Tafel haben einen Nachweis darüber, dass sie Anspruch auf staatliche Unterstützung oder ein sehr geringes Einkommen haben. Beim ersten Besuch legen sie eine Bescheinigung vor, die darüber Auskunft gibt, dann bekommen sie eine Art Kundenausweis und sind dann zu einem Besuch pro Woche berechtigt. Das wird auch kontrolliert und läuft gut.

Beide, Frau Esser und Herr Luhn haben interessierte Gruppen unserer Schule zu einem Besuch eingeladen. Vor Ort besteht die Möglichkeit, dass wir uns über die Arbeit dieser beiden wichtigen Hilfsorganisationen in unserer Stadt informieren. Natürlich nach Voranmeldung und nicht gerade, wenn alle ganz beschäftigt mit ihren Gästen und Kunden sind.
Aber wir werden die Einladung sicher gern einmal annehmen und danken den beiden für die Zeit, die sie für uns mitgebracht haben und die vielen Einblicke in ihre Arbeit – und für die Begeisterung, mit der sie berichtet haben!

Zugegeben: Wir überlegen immer wieder, ob wir nicht die gesamten Einnahmen des Sponsorenlaufs auch gut selbst gebrauchen können ... Stimmt, können wir! Aber es gibt Menschen, die einen Teil davon unbedingt abbekommen sollten, das haben wir wieder einmal von denen erfahren, die es genau wissen.

Geben macht eben Freude – und stolz darauf, dass wir es wieder geschafft haben, eine 5-stellige Summe zu erlaufen. Übrigens: Das Ausdauertraining für den Sponsorenlauf 2021 kann starten!